"Trans e-facilitator" war ein Projekt der Stiftung Digitale Chancen in 2012 - 2014.
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Über das Projekt

Das Projekt Trans e-facilitator ist ein von der Europäischen Kommission gefördertes Projekt im Programm Leonardo da Vinci. Gegenstand ist die Entwicklung eines Lehrplans für Betreiber von öffentlichen Interneterfahrungsorten und Vermittler von Medienkompetenzen. An dem Projekt sind sechs Partnereinrichtungen aus den Ländern Spanien, Lettland, Portugal und Deutschland beteiligt. Für die Koordination ist die Technische Universität Dortmund verantwortlich. Die Laufzeit des Projekts beträgt 24 Monate beginnend im Oktober 2012 bis Ende September 2014.

Hintergrund

Digitale Kompetenzen werden für das Leben in der heutigen Zeit immer bedeutender. Der Computer und das Internet beeinflussen die Kommunikation der Menschen miteinander ebenso wie deren Teilnahme an der Gesellschaft. Durch Online-Beteiligung an politischen und anderen Entscheidungen, Meinungsaustausch in sozialen Netzwerken und Recherche mit Hilfe von Suchmaschinen und Wikis wird das Internet immer mehr zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Den Menschen, die noch nicht die Fähigkeit besitzen, sich online kompetent zurechtzufinden, bleiben wichtige Informationsquellen, Beschäftigungsaussichten und Freizeitangebote verborgen. Die Fähigkeit, mit digitalen Medien umgehen zu können, ist daher Voraussetzung der gesellschaftlichen Teilhabe. Da nach wie vor viele Menschen noch nicht online sind oder Schwierigkeiten beim Umgang mit den digitalen Welten haben, werden Multiplikatoren immer wichtiger, die die erforderlichen Kompetenzen vermitteln und versuchen, das Internet verständlicher und verfügbarer zu machen. Für diese Vermittler oder e-facilitatoren, sollen im Rahmen des Projektes ein bundesweit einheitliches Berufsbild entwickelt und anerkannte Ausbildungsmöglichkeiten erprobt werden.

Ziele

Das Projekt Trans e-facilitator verfolgt zwei Ziele. Einerseits soll ein Lehrplan für Vermittler von digitalen Kompetenzen jeweils in den Partnerländern umgesetzt werden. Damit wird eine Ausbildungsmöglichkeit für e-facilitatoren geschaffen, die auf nationaler Ebene einheitlich ist und den Bedarfen der e-facilitatoren an Wissen und Kompetenzen entspricht. In Deutschland sehen sich die Vermittler von digitalen Kompetenzen mit unterschiedlichen Zielgruppen konfrontiert und müssen oft auf verschiedene Lernniveaus, Lerngeschwindigkeiten und Lerninhalte eingehen können. Zur gleichen Zeit wird ihr sozialer Einfluss immer größer, denn sie sind in der Lage, soziale Isolation und Auswirkungen von Gefahren des Internet mit ihren Hilfestellungen zu verhindern. Durch einen gut angepassten Lehrplan werden e-facilitatoren in diesen Bereichen geschult und auf ihre Vermittlerrolle vorbereitet.

Das zweite Ziel des Projektes besteht darin, auf den Beruf des e-facilitators aufmerksam zu machen und ihn als festes Berufsbild in Deutschland zu etablieren. E-facilitatoren arbeiten bereits in vielen Institutionen, wie Jugendzentren, Altenheimen oder Volkshochschulen, und doch gibt es weder eine einheitliche Bezeichnung für ihren Beruf noch eine anerkannte Berufsausbildung. Viele sind zu ihrer Tätigkeit durch andere Ausbildungen und Laufbahnen gelangt. Häufig sind sie entweder pädagogisch oder technisch ausgebildet, die jeweils komplementären anderen Kompetenzen für ihre Tätigkeit als e-facilitator haben sie sich selbst angeeignet oder über non-formale Bildungswege erworben. Da der Bedarf an Kursen zur Hilfe rund um den Computer und das Internet in der Gesellschaft steigt, wird es zunehmend wichtiger den Beruf des Unterstützers oder eben e-facilitators in Deutschland zu entwickeln und auf eine anerkannte Basis zu stellen.

Vorgehen

Die Zielsetzung wird erreicht durch ein mehrstufiges Vorgehen, bei dem die Lerninhalte des Curriculums zunächst an die jeweiligen nationalen Gegebenheiten angepasst werden und anschließend Trainer auf die Aufgabe vorbereitet werden, ihre Kenntnisse an künftige e-facilitatoren zu vermitteln. Im weiteren Verlauf des Projektes wird die Anerkennung des Berufs des e-facilitators auf nationaler Ebene in Deutschland, Lettland und Portugal angestrebt:

  1. Um einen möglichst authentischen Überblick über die Lernbedarfe von e-facilitatoren in Deutschland zu erhalten, werden bundesweit Befragungen von e-facilitatoren durchgeführt, die auf die Ermittlung des Wissens- und Kompetenzstandes abzielen.
  2. Auf der Grundlage der Befragungsergebnisse und des Vorgängerprojekts VET 4e-Inclusion werden Lehrmodule erstellt, die den nationalen Bedarfen der e-facilitatoren entsprechen.
  3. Trainer werden in einem Workshop in diesen Modulen unterrichtet, um ihr Wissen an künftige e facilitatoren weiterzugeben und sie zu trainieren (Train-the-Trainer).
  4. Das Projekt wird national und international veröffentlicht und die Erkenntnisse werden verbreitet, um so den Beruf des e-facilitators in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken.